Einleitung – Die Schöpfung des Menschen
Ich möchte die Schöpfung des Menschen ansprechen. Im ersten Kapitel der Genesis (1. Mose) lesen wir den Schöpfungsbericht, dass am sechsten Tag die Tiere (Verse 24–25) erschaffen wurden und anschließend der Mensch. Dieser sollte über die Tiere des Landes und über die Fische im Wasser herrschen – so die Aussage von Gott, dem Schöpfer
Genesis 1, 26–27:
„Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen in unserem Bilde, nach unserem Gleichnis; und sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über das Gevögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das sich auf der Erde regt! Und Gott schuf den Menschen in seinem Bilde, im Bilde Gottes schuf er ihn; Mann und Weib schuf er sie.“
Die Stellung des Menschen über der Tierwelt
Man sieht am Hergang und an der logischen Textführung, dass der Mensch erschaffen wurde, um über die Tierwelt zu herrschen. Die Tiere waren bereits da. Die Aufgabe des Menschen ist unter anderem – wie bereits erwähnt –, über die Tiere und die Tierwelt auf dem Land und im Meer zu herrschen und zu regieren. Nach der Tierwelt wurden beide geschaffen: Mann und Frau (Vers 27).
„Und Gott sprach“ – Die schöpferische Kraft des Wortes
Was ebenfalls auffällt: Im Kapitel 1, dem sogenannten ersten Schöpfungsbericht, ist immer wieder die Rede von „und Gott sprach“. Es ist vom Sprechen die Rede.
- Gott spricht – und es geschieht.
- Gott ist redend unterwegs. Er spricht als Schöpfer, und es geschieht.
Auch der Mensch ist in diesem Zusammenhang als ein redendes Wesen erschaffen worden. Man liest in Genesis 1,26: „Und Gott sprach“.
Interessant ist zudem, dass hier lediglich von Gott die Rede ist. Das wird im zweiten Kapitel noch sehr interessant werden.
Der zweite Schöpfungsbericht in Genesis Kapitel 2
Parallel dazu lesen wir – wie bereits erwähnt – in Genesis Kapitel 2 ab Vers 4 den sogenannten zweiten Schöpfungsbericht.
Die meisten Christen, Bibelausleger, Prediger und Lehrer sprechen von nur EINEM Schöpfungsbericht und einer Ergänzung durch Kapitel 2 ab Vers 4.
Doch eine Ergänzung ist nur dann gegeben, wenn die Reihenfolge stimmt und zusätzliche Informationen beigefügt werden, die logisch in die bestehende Aussage passen.
Beispiel für ergänzende Zeugenaussagen
Zum Beispiel sagt ein Zeuge folgende Aussage:
„Ich habe da ein Auto vorbeifahren sehen.“
Ein anderer Zeuge sagt, dass er ein blaues Auto vorbeifahren gesehen hat.
Ein weiterer spricht von einem Honda, also von der Marke des Fahrzeugs.
Es sind alles Aussagen, die sich ergänzen und nicht widersprechen.
Wenn allerdings ein Zeuge von einem Auto, ein anderer von einem Fahrrad und ein weiterer von einem Lkw spricht, dann sind es keine Ergänzungen mehr, sondern Widersprüche.
Beispiel zur Reihenfolge von Ereignissen
Um bei unserem Beispiel zu bleiben und meinen Gedankengang zu erklären, noch ein weiteres Beispiel:
Angenommen, Zeugen berichten von einer Explosion und ein paar Minuten später von einem besagten Auto. Die Räuber, welche den Bankautomaten gesprengt haben, sind auf der Flucht.
Nun gibt es einen Zeugen, der die Reihenfolge anders darstellt:
Er sieht zuerst das Auto vorbeifahren und danach hört er eine Explosion.
Jeder würde hier von einem Widerspruch der Zeugenaussagen sprechen.
Keiner würde auf die Idee kommen zu sagen:
„Ach ja, Zeuge Nr. 1 hat den genauen Tathergang geschildert und Zeuge Nr. 2 hat nur inhaltlich oder sinnbildlich seine Meinung dazu geäußert.“
Unterschiede im zweiten Schöpfungsbericht
Kommen wir nun nochmals zum Kapitel 2 ab Vers 4 im Buch Genesis (1. Mose).
Hier wird auf einmal von Gott dem HERRN gesprochen bzw. – je nach deutscher Übersetzung – von Jehova Gott (z. B. Elberfelder 1905).
Durch den ganzen zweiten Schöpfungsbericht hindurch wird von Gott dem HERRN bzw. Jehova Gott gesprochen.
Zudem fällt auf, dass Gott hier nicht mehr spricht, wie z. B. im ersten Kapitel. Stattdessen handelt er scheinbar selbst tätig:
- Er pflanzt einen Garten.
- Er bildet bzw. knetet den Menschen.
- Er bläst ihm den Odem des Lebens ein.
Der Mensch ohne Tiere und ohne Frau
Die Tiere sind hier noch gar nicht da, so wie im ersten Schöpfungsbericht in Kapitel 1.
Der Mensch ist ganz allein – ohne Tiere, ohne Frau und ohne weitere Lebewesen.
Da sagt Gott der HERR, dass es nicht gut ist, dass der Mensch allein sei, und erschafft aus diesem Grunde die Tiere, damit er unter ihnen einen Partner finden soll (ab Vers 18 in Genesis Kapitel 2).
Nachdem der Mensch jedoch keinen passenden Partner für sich findet, wird die Frau erschaffen.
Hier stellt sich eine interessante Frage:
Wenn der Mensch tatsächlich unter den Tieren einen passenden Partner gefunden hätte – wäre die Frau dann trotzdem erschaffen worden?
Der siebte Tag
Ein weiterer auffälliger Unterschied ist folgender:
- Im ersten Schöpfungsbericht wird vom Heiligen des siebten Tages gesprochen.
- Im zweiten Schöpfungsbericht wird dieser Punkt jedoch nicht erwähnt.
Der Garten, der Baum und das Verbot
Interessante Gedanken ergeben sich auch im Zusammenhang mit dem Garten, dem Baum und der verbotenen Frucht.
Gott der HERR bzw. Jehova Gott erteilt ein Verbot:
Genesis 2, 16–17:
„Und Jehova Gott gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baume des Gartens darfst du nach Belieben essen; aber von dem Baume der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon sollst du nicht essen; denn welches Tages du davon issest, wirst du gewisslich sterben.“
Wer hat das Gebot wirklich gehört?
Hier spricht Jehova Gott zu dem Menschen, also zu dem Mann bzw. Adam.
Die Frau ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht da. Sie wird erst später – nach der Darstellung aus Kapitel 2 – nach den Tieren erschaffen.
Das bedeutet:
Die Frau – auch Eva genannt – hat dieses Verbot NIE direkt aus Gottes Mund gehört.
Sie hat es vermutlich von Adam gehört, allerdings mit einer Abänderung.
Wir lesen in Genesis 3,3:
„… aber von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist, hat Gott gesagt: Davon sollt ihr nicht essen und sie nicht anrühren, damit ihr nicht sterbet.“
Hier zitiert die Frau die Aussage von Jehova Gott – mit einem Zusatz:
„und sie nicht anrühren“.
Diese Passage wird jedoch von Gott zuvor nicht erwähnt.
Man kann dies als eine Ergänzung ansehen. Es ist kein direkter Widerspruch, aber sonderbar ist es schon.
Die erste Quelle – also der „Schöpfer“ bzw. der Initiator – erwähnt es nicht.
Die zweite Quelle, welche die Aussage nicht mit eigenen Ohren gehört hat, erwähnt es jedoch.
PS: Eine abschließende Frage zur Sünde
Zum Schluss stellt sich eine grundlegende Frage:
Wie kann ein Mensch bzw. können Menschen, die sündlos sind und weder Gut noch Böse unterscheiden können (weil sie die Sünde und das Böse noch nicht kennen), wissen, was böse ist – und aus diesem perfekten, sündlosen Zustand eine Sünde begehen und zu Sündern werden?
Kann ein Nicht-Sünder sündigen?
Wenn ja, besteht dann auch die Möglichkeit, dass man später bei Gott im Himmel – im perfekten, sündlosen Himmel – ebenfalls sündigen kann?
Wir haben mindestens zwei Beispiele:
- Satan, der als Engel des Lichts überheblich wurde und böse geworden ist, obwohl er bei Gott im Himmel war. Er wurde aus dem Himmel geworfen.
- Adam und Eva, sündlose Wesen im Garten, von Gott gepflanzt, in der Gegenwart Gottes – und dennoch begehen sie eine Sünde.
Wenn das wahr ist, dann stellt sich eine weitere Frage:
Ist dann wirklich jemand sicher, dass er in der Zukunft bei Gott nicht auch einmal sündigt und aus dem Himmel geworfen wird?
Mens sana in corpore sano – in einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist. Wie innen, so auch außen!
Eine ausgewogene Versorgung mit essenziellen Nährstoffen und Mikronährstoffen bildet die Grundlage für körperliche Gesundheit, geistige Klarheit und langfristiges Wohlbefinden.




