Schöpfung

Der Sündenfall des Menschen – einige unbequeme Fragen.

Adam und Eva im Garten Eden.

Gedanken zum Sündenfall des Menschen

Ich möchte einige Gedanken zum Sündenfall des Menschen – von Adam und Eva – loswerden und mit euch teilen.

Ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung liegt, am Nichtverstehen von Zusammenhängen oder am Nichtverstehen einer Kultur bzw. der damaligen Kultur. Hängt es mit dem mangelnden Verständnis der Sprache zusammen? Oder wurde an den Originaltexten etwas geändert und manipuliert?

Was uns die Bibel und die biblischen bzw. christlichen Theologen beibringen und was wir selbst lesen und „verstehen“, scheint sehr oft im Widerspruch zur Lehre der Bibel zu stehen und nicht logisch oder schlüssig zu sein.

Wenn man versucht, die Bibel mit der Bibel auszulegen, kommt man sehr oft in eine Sackgasse.

Eines dieser Themen ist z.B. der Sündenfall des Menschen.

Der Sündenfall: Die verbotene Frucht

Wir lesen, dass „der Mensch“, Adam und Eva, gesündigt haben, indem sie von der verbotenen Frucht vom Baum gegessen haben.

Genesis 3,6

„Und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab auch ihrem Manne mit ihr, und er aß.“

Hier ein paar Details und interessante Hintergründe, die einen etwas kribbelig machen bzw. stutzig machen und fragend stehen lassen.

Wenn es so gefährlich war, von diesem Baum zu essen – warum wurde da nicht eine Wache hingestellt? Ein Engel könnte diesen Baum doch bewachen, damit davon keiner isst, oder?

Nach dem Sündenfall war es zum Beispiel ja möglich: Da wurde von Gott ein Cherubim beauftragt, der den Baum des Lebens bewachen sollte, damit kein Unbefugter Zutritt dazu hatte.

Die Frage nach der Möglichkeit zu sündigen

Was mich auch noch stutzig macht, sind folgende Aspekte.

Zum einen haben die Menschen ja gesündigt – also durch den Ungehorsam die verbotene Frucht gegessen.

Nun die Frage:

Wie kann man als ein „Nicht-Sünder“, in einem sündlosen Zustand, eine Sünde des Ungehorsams begehen?

Also kann man als Nicht-Sünder sündigen?

Ein Beispiel aus dem Alltag

Weitere Frage: Darf man von jemandem etwas verlangen, was er nicht versteht?

Darf ich z.B. von einem dreijährigen Kind verlangen, dass es auf gar keinen Fall auf dem Klavier die Subdominante von F-Dur spielen darf? Sollte das dennoch passieren, wird sein Sparkonto, welches auf seinen Namen läuft, für die eigenen Zwecke der Eltern verwendet und er bekommt keine Ersparnisse und muss später alles selbst erarbeiten.

Nun lässt ihn eines Tages seine Au-pair-Person auf dem Klavier einige Tasten drücken. In diesem Fall ist es genau die Subdominante von F-Dur.

Nun kommt es, wie es kommen muss: Die Konsequenz und Drohung wird wahr gemacht.

Ist das normal und fair?

Das Kind verstand doch diese ganzen Begriffe und die Konsequenzen nicht, da es noch keinen Bezug dazu hatte.

Verständnis von Gut und Böse

Wie sollten Adam und Eva die Konsequenz und den Zusammenhang verstehen, da sie noch keinen Bezug dazu hatten?

Sie wussten nicht, was Sterben bedeutet.

Gott sagte:

Genesis 2,16–17

„Von jedem Baum des Gartens darfst du essen;
aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben.“

Doch sie konnten das Gute und das Böse noch gar nicht unterscheiden. So steht es in der Bibel:

Genesis 3,22

„Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner, insofern er weiß, was gut und böse ist.“

Der Mensch ist also so geworden, nicht so gewesen.

Davor war er nicht in der Lage, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Diese Fähigkeit, Gut und Böse zu erkennen bzw. zu kennen, hat der Mensch erst nach dem Sündenfall erworben.

Und nochmals die Frage:

Warum und wozu dieses Verbot und Gebot, wenn die Menschen perfekt waren?

Es waren ja sündlose Wesen, welche nicht sündigen konnten – von Natur aus, oder?

„Der Mensch ist geworden wie unsereiner“

Nun kommt noch eine sehr krasse Aussage und eine Frage diesbezüglich.

Nach dem Sündenfall und dem Verfluchen des Bodens, der Adam Unkraut bringen soll, sowie dem Verfluchen von Eva, dass sie in Schmerzen gebären soll, sagt Gott Folgendes:

Genesis 3,22

„Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner, insofern er weiß, was gut und böse ist; nun soll er nicht auch noch seine Hand ausstrecken und vom Baum des Lebens nehmen und essen und ewiglich leben!“

Zum einen wird hier im Original von Elohim gesprochen – einer grammatischen Mehrzahlform für Gott. Im Deutschen wird das auch verständlich durch Begriffe wie „unsereiner“ oder „wir“.

Hier spricht nicht Gott in der Einzahl, sondern eine Mehrzahl.

Was mich jedoch besonders irritiert, ist Folgendes:

Es wird nicht gesagt:

  • „Der Mensch ist geworden wie der Teufel.“

  • Oder wie Satan.

  • Oder wie der Widersacher.

  • Oder wie der Bösewicht.

  • Oder wie die Schlange.

  • Oder wie Beelzebul.

Nein.

Es heißt:

„Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner.“
„Siehe, der Mensch ist geworden wie wir.“

Die Frage nach der Gottähnlichkeit

Ist es denn nun schlecht, dem Schöpfer – Gott – ähnlich zu sein?

Ist nicht unser Leben und unser Streben als Christen darauf ausgerichtet, Gott ähnlicher zu werden?

Sind nicht unsere Predigten in den Kirchen und unsere Lieder voll davon, dass wir aufgefordert werden und den Wunsch äußern, Gott ähnlicher zu sein?

Und darin liegt nun die Sünde?

Der Mensch ist geworden wie unsereiner.

Der Mensch ist so geworden wie wir – und er weiß, was Gut und Böse ist.

Wow. Das ist eine gewaltige Aussage.

Damit der Mensch Gott bzw. den Göttern nicht zu 100 % ähnlich wird – nämlich ewig zu leben –, wird ein Cherub beim Baum des Lebens hingestellt.

Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen.

Hätte der Mensch noch von der Frucht des Baumes des Lebens gegessen, dann wäre er komplett wie Gott geworden:

  • Er kennt das Gute und Böse

  • und er könnte ewig leben

Hier ist keine Rede von satanischen oder teuflischen Eigenschaften oder davon, dass durch den „Sündenfall“ der Mensch dem Bösewicht ähnlich geworden sei.

Die Aussage der Schlange

Zudem sei hier nochmals die Aussage der Schlange erwähnt.

Was sagte die Schlange?

Genesis 3,5

„Sondern Gott weiß: An dem Tag, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.

Die Schlange hat die Wahrheit gesagt.

Genauso ist es ja auch geworden.

Genesis 3,7

„Da wurden ihrer beider Augen aufgetan.“

Ihre Augen wurden geöffnet.
Sie wussten, was Gut und Böse ist.

Und sie wurden Gott ähnlich – was auch Elohim bestätigten.

Die Frage der Erbsünde

Parallel dazu möchte ich noch folgende Gedanken und Fragen äußern.

Laut der Bibel gibt es nun eine Erbsünde.

Durch den einen Menschen – durch Adam und Eva – ist die ganze Menschheit nun in der Sünde.

Die Frage ist:

Wie wird die Sünde vererbt?

Durch die Geburt?
Ist sie in der menschlichen sogenannten „Software“?

Sind wir also von Natur aus so programmiert?

Ok, mal angenommen, dass es so ist.

Nun kommt aber der Erlöser: Jesus Christus.

Er holt uns aus der Sünde heraus.

Wir Menschen können uns freiwillig dazu entscheiden, den sündigen Menschen auszuziehen und den neuen Menschen anzuziehen und zu einer neuen Kreatur zu werden.

Dazu einige Bibelstellen.

Der neue Mensch in Christus

Epheser 4,22–24

„Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel,
der sich durch betrügerische Begierden zugrunde richtet.
Erneuert euch aber im Geist eures Denkens
und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.“

2. Korinther 5,17

„Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur;
das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“

Eine logische Frage daraus

Also:

Mal angenommen, ein Mann, der in Jesus Christus ist – und somit eine neue Kreatur –, und eine Frau, die ebenfalls in Jesus Christus ist – und somit eine neue Kreatur –, heiraten.

Nun zeugen sie als neue Kreaturen ein Kind.

Die Frage lautet:

Ist dieses Kind nun eine sündige Kreatur oder sündlos?

Wenn in Jesus alles neu ist, wie es in 2. Korinther 5,17 steht – „siehe, alles ist neu geworden“ –, wie kann es dann sein, dass trotzdem sündige Menschen zur Welt kommen?


 

Mens sana in corpore sano – in einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist. Wie innen, so auch außen!
Eine ausgewogene Versorgung mit essenziellen Nährstoffen und Mikronährstoffen bildet die Grundlage für körperliche Gesundheit, geistige Klarheit und langfristiges Wohlbefinden.