Fragen - Jesus

Die letzten Worte Jesu am Kreuz – Widerspruch oder Missverständnis?

letzte Worte Jesu am Kreuz

Letzte Worte Jesu am Kreuz

Alle Kirchgänger, alle Christen – egal welcher Konfession – wissen, was die Kreuzigung Jesu ist. Die Geschichte rund um die Verhaftung Jesu, seine Vorführung und Darstellung vor Pontius Pilatus, seine Auspeitschung, sein Gang zum Kreuz und schließlich sein Tod ist allgemein bekannt.

Viele Gläubige, viele Christen würden sich selbst als sehr bewandert bezeichnen, wenn es um dieses Ereignis aus der Bibel geht. Man geht oft davon aus, dass man diese Geschichte kennt – vielleicht sogar sehr gut kennt.

Doch ist euch eigentlich schon einmal aufgefallen, dass es hier Unstimmigkeiten gibt?

Wenn man die vier Evangelien miteinander vergleicht – also die Berichte von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes –, dann fällt eine Besonderheit auf. Genauer gesagt: eine Eigenart, die nicht sofort ins Auge springt, aber umso bedeutender ist, wenn man sie einmal bewusst betrachtet.

Denn wir haben verschiedene „letzte Worte Jesu“ am Kreuz. Ja, seine allerletzten Worte, bevor er stirbt.

Und nein, es handelt sich dabei nicht einfach um Ergänzungen – es sind Unterschiede, die sich nicht ohne Weiteres miteinander decken.

Schauen wir uns das einmal genauer an.

Die Darstellung im Matthäusevangelium

Evangelium nach Matthäus (Mt 27,45–50)

Von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde.
Und um die neunte Stunde rief Jesus laut:

„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Einige der Umstehenden sagten: „Er ruft nach Elia.“
Einer lief, nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig und gab ihm zu trinken.
Die anderen sagten: „Lass sehen, ob Elia kommt, um ihn zu retten.“

Jesus aber schrie noch einmal laut auf und gab seinen Geist auf.

👉 Letzte Worte laut Matthäus:
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Die Darstellung im Markusevangelium

Nun zum Evangelisten Markus.

Evangelium nach Markus (Mk 15,33–37)

In der sechsten Stunde kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde.
Und um die neunte Stunde rief Jesus laut:

„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Einige sagten: „Siehe, er ruft Elia.“
Einer gab ihm Essig zu trinken.
Andere sagten: „Lass sehen, ob Elia kommt.“

Jesus aber stieß einen lauten Schrei aus und verschied.

👉 Letzte Worte laut Markus:
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Die Darstellung im Lukasevangelium

Nun zu den Worten, die Lukas berichtet.

Evangelium nach Lukas (Lk 23,44–46)

Es war schon um die sechste Stunde, und eine Finsternis kam über das ganze Land bis zur neunten Stunde.
Die Sonne verfinsterte sich, und der Vorhang des Tempels riss mitten entzwei.

Und Jesus rief laut:

„Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“

Und als er das gesagt hatte, verschied er.

👉 Letzte Worte laut Lukas:
„Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“

Die Darstellung im Johannesevangelium

Schließlich das Johannesevangelium.

Evangelium nach Johannes (Joh 19,28–30)

Danach, da Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, sagte er – damit die Schrift erfüllt würde: „Mich dürstet.“
Ein Gefäß mit Essig stand da; sie steckten einen Schwamm darauf und hielten ihn ihm hin.

Als Jesus den Essig genommen hatte, sprach er:

„Es ist vollbracht.“

Und er neigte das Haupt und übergab den Geist.

👉 Letzte Worte laut Johannes:
„Es ist vollbracht.“

Zusammenfassung der Aussagen

Wenn man diese Berichte nebeneinanderstellt, ergibt sich folgendes Bild:

👉 „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
👉 „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
👉 „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“
👉 „Es ist vollbracht.“

Die zentrale Frage

Nun stellt sich unweigerlich eine Frage, die man nicht einfach übergehen kann.

Wie kann man von den „allerletzten Worten“ sprechen, wenn diese Aussagen sich offensichtlich nicht ergänzen und auch nicht annähernd gleich sind?

Wie kann ein Mensch solche unterschiedlichen Aussagen als letzte Worte gesprochen haben, wenn sie sich nicht miteinander verbinden lassen, sondern vielmehr den Eindruck erwecken, einander zu widersprechen?

Diese Spannung bleibt bestehen – und genau hier beginnt das eigentliche Nachdenken.


Mens sana in corpore sano – in einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist. Wie innen, so auch außen!
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